NEW MARKETING — CHAOS ODER KLARHEIT?

Marketing wirkt dann, wenn es Orientierung gibt –
für Kundinnen und Kunden genauso wie für Unternehmen selbst.

Gerade heute stehen viele Unternehmen vor der Herausforderung,
auf mehreren Kanälen präsent zu sein: Social Media, Website, Anzeigen, Print oder Video.

Schnell entsteht dabei der Eindruck: Marketing ist komplex. Unübersichtlich. Schwer steuerbar.

Doch wirksames Marketing entsteht nicht durch die Anzahl der Massnahmen – sondern durch ihr Zusammenspiel.


Marketing besteht aus Menschen – nicht aus Kanälen

Ein häufiger Denkfehler: Zielgruppen werden als Einheit betrachtet.

In der Realität ist es anders.

Menschen begegnen einem Unternehmen in unterschiedlichen Situationen – mit unterschiedlichen Erwartungen.

Ein Beispiel:

  • Auf Social Media entsteht ein erster Eindruck
  • Eine Google-Suche folgt bei konkretem Interesse
  • Die Website beantwortet offene Fragen
  • Ein Angebot unterstützt die Entscheidung

Diese Schritte passieren selten linear –
und selten am selben Ort.

👉 Kund:innen erleben keine Kanäle.
👉 Sie erleben ein Gesamtbild.


Warum mehrere Berührungspunkte entscheidend sind

Kaufentscheidungen entstehen nicht beim ersten Kontakt.

Eine Studie der Universität St. Gallen zeigt, dass es im Durchschnitt 5–7 Berührungspunkte braucht,
bis sich jemand für ein Angebot entscheidet.

Wichtig dabei: Diese Berührungspunkte sind keine einzelnen Werbemassnahmen.

Es sind Momente, in denen Menschen mit einem Unternehmen in Kontakt kommen:

  • ein Social-Media-Post
  • eine Empfehlung
  • eine Anzeige
  • ein Website-Besuch
  • ein persönliches Gespräch

Erst im Zusammenspiel dieser Kontakte entsteht Vertrauen.

👉 Nicht ein Kontakt überzeugt.
👉 Die Summe macht den Unterschied.


Ein realistischer Blick auf die Customer Journey

In der Praxis könnte das so aussehen:

Eine Person sieht einen Beitrag auf Social Media. Ein paar Tage später erinnert sie sich daran und sucht aktiv nach dem Unternehmen. Sie besucht die Website, liest Inhalte und verschafft sich einen Überblick.
Später hört sie den Namen erneut in einem Gespräch. Erst dann entsteht genug Vertrauen, um eine Anfrage zu stellen.

Keiner dieser Schritte allein hätte gereicht. Gemeinsam führen sie zur Entscheidung.


Crossmedialität: Das Zusammenspiel entscheidet

Genau hier setzt Crossmedialität an.

Nicht im Sinne von „möglichst viele Kanäle nutzen“. Sondern im Sinne von gezieltem Zusammenspiel.

Ein Kanal kann Aufmerksamkeit erzeugen.
Ein anderer vertieft Informationen.
Ein dritter begleitet die Entscheidung.

👉 Jeder Kanal hat eine Rolle. Aber alle zahlen auf dasselbe Gesamtbild ein.
So entsteht Wiedererkennung – und Vertrauen.


Sichtbarkeit allein reicht nicht

Viele gehen davon aus: Je häufiger eine Botschaft gesehen wird, desto besser.

Doch so einfach ist es nicht.

Analysen von Nielsen zeigen, dass Wirkung dann entsteht, wenn Reichweite und Frequenz im richtigen Verhältnis stehen.

Das bedeutet:

  • Zu wenig Kontakt → wird nicht wahrgenommen
  • Zu viel → wird ignoriert

Wirkung entsteht in der richtigen Balance.

Und diese Balance entsteht selten über einen einzelnen Kanal – sondern über mehrere, die aufeinander abgestimmt sind.


Qualität vor Quantität

OTS (Opportunities to See) misst, wie oft eine Botschaft potenziell gesehen wird.

Doch diese Kennzahl zeigt nur die Menge – nicht die Wirkung.

Denn Wirkung entsteht erst, wenn:

  • die Zielgruppe passt
  • der Kontext stimmt
  • der Zeitpunkt richtig ist
  • die Botschaft konsistent ist

👉 Viele Kontakte ohne Relevanz bleiben wirkungslos. Weniger, gezielte Kontakte können deutlich stärker wirken.


Was Unternehmen konkret daraus mitnehmen können

Ganzheitliches Marketing bedeutet nicht:

  • überall präsent zu sein
  • jeden Kanal zu nutzen
  • alles gleichzeitig umzusetzen

Sondern:

  • klare Ziele zu definieren
  • die Rolle jedes Kanals zu verstehen
  • Massnahmen aufeinander abzustimmen

👉 So bleibt Marketing überschaubar – und wirksam.


Fazit

Marketing muss nicht kompliziert sein. Aber es sollte durchdacht sein. Kund:innen treffen Entscheidungen nicht in einem Moment, sondern über mehrere Berührungspunkte hinweg.

👉 Marketing scheitert selten an einzelnen Massnahmen, sondern daran, dass sie nicht zusammenspielen.

Oder einfacher gesagt: Nicht der einzelne Kontakt zählt. Sondern das Gesamtbild, das entsteht.

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